Welche Sprache ist die …? Alle Antworten auf Ihre Sprachfragen

Kuriositäten

Zum Abschied vor dem Sommer möchten wir Ihnen eine Reihe von Fragen und Antworten zu den häufigsten Unklarheiten rund um Sprachen mit auf den Weg geben. Welche Sprache wird weltweit am meisten gesprochen? Und welche ist die leichteste? Fragen gibt es viele. Wir haben versucht, die besten und aktuellsten Antworten zu geben – auch unter Berücksichtigung der Geschwindigkeit, mit der sich manche Situationen ändern.

Falls es Fragen gibt, auf die wir nicht eingegangen sind, schreiben Sie uns: Sie liefern uns einen interessanten Anlass, diesen Artikel zu erweitern.
Und jetzt legen wir los …

 

Welche Sprache wird weltweit am meisten gesprochen?

Das ist die häufigste und zugleich einfachste Frage: Mandarin-Chinesisch.

Auch „Standardchinesisch“ genannt, ist es die Amtssprache der Volksrepublik China, Taiwans und Singapurs: Insgesamt gibt es über 955 Millionen Muttersprachler – dazu kommen natürlich alle, die es aus beruflichen Gründen lernen.
Es ist so weit verbreitet, dass es die „meistgesprochene Sprache der Welt“ bleibt – ganz gleich, ob man eine Rangliste zugrunde legt, die nur die Muttersprachler zählt, oder eine, die auch jene einbezieht, die es als zweite oder dritte Sprache lernen.

Diese Unterscheidung wird dagegen wichtig, wenn es um den zweiten Platz geht.

Zählt man nur die Muttersprachler, geht der zweite Platz an Spanisch oder, genauer gesagt, Kastilisch: Rund 405 Millionen Menschen wachsen von klein auf damit auf, verteilt auf über 30 verschiedene Länder. Den dritten Platz belegt dagegen Englisch mit über 360 Millionen Muttersprachlern.

Das Bild ändert sich, wenn man sowohl die Muttersprachler als auch jene berücksichtigt, die eine bestimmte Sprache als Zweitsprache sprechen. In diesem Fall rückt Englisch einen Platz vor und landet auf dem zweiten Rang – beinahe auf dem Niveau des Chinesischen.

 

Welche Sprache wird weltweit am meisten gelernt?

Auch hier bleibt das Podium fest in der Hand der drei Sprachen, die wir bereits kennengelernt haben:

  • Englisch ist ohne Zweifel die international am häufigsten gelernte Sprache. Es wird in kulturell und wirtschaftlich einflussreichen Ländern gesprochen, hat sich als Lingua franca des Geschäftslebens etabliert, und wir sind sicher, dass keiner von Ihnen an diesem Spitzenplatz zweifelt.
  • Die am zweithäufigsten gelernte Sprache ist dagegen Spanisch. Das verdankt es seiner großen Verbreitung, seiner raschen Ausbreitung auch in den Vereinigten Staaten, aber auch der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung der Schwergewichte Lateinamerikas (mit der einzigen Ausnahme Brasiliens). Je mehr sich Argentinien, Chile und die anderen dem Außenhandel öffnen, desto interessanter wird auch das Spanischlernen als Investition. Gewiss sind es Länder mit instabilem Wachstum, in denen sich schnelle Aufschwünge mit ebenso schnellen Einbrüchen abwechseln, doch es lässt sich nicht leugnen, dass sie auf der Weltbühne immer präsenter werden.
  • Auf dem dritten Platz finden wir erneut Chinesisch: die Sprache der zweitgrößten Weltmacht, die zunehmend sowohl in Asien als auch in den westlichen Ländern gelernt wird.

Auch wenn viele überrascht waren, als im vergangenen Jahr die Rangliste erschien, auf die wir uns beziehen: Auf dem vierten Platz steht Italienisch.
Zwar ist es eine Sprache, die nach der Zahl ihrer Muttersprachler kein großes Gewicht hat, auf eine große Zahl ausländischer Lernender aber eine starke Anziehungskraft ausübt. Wie ist das möglich?

Vielleicht ist die Zahl gar nicht so verblüffend, wenn man eine Reihe wirtschaftlicher und kultureller Faktoren bedenkt.

Italien ist für viele Länder Mittel- und Osteuropas ein wichtiger Handelspartner und ein starker Anziehungspunkt: In Ungarn, Rumänien, Kroatien, Albanien und weiteren Ländern der Region wird Italienisch sehr häufig gelernt, oft häufiger als Französisch oder Spanisch.

Auf dem amerikanischen Kontinent wiederum entscheiden sich von Nord bis Süd sehr viele Nachkommen italienischer Einwanderer dafür, die Sprache ihrer Herkunft in Schulen oder in den zahlreichen italienischen Kulturinstituten zu lernen.

Hinzu kommt die katholische Kirche: Viele Geistliche lernen Italienisch und nutzen es weit mehr als Lingua franca als das Lateinische selbst, das vor allem für schriftliche Dokumente Amtssprache bleibt.
Fügen wir den kulturellen Einfluss Italiens im weiteren Sinne hinzu – Mode, Musik (vor allem klassische Musik und Oper), Essen, Literatur –, und schon überrascht es nicht mehr, dass es auf der Welt so viele Begeisterte gibt, die die Sprache Dantes lernen möchten.

 

Wie viele Sprachen gibt es auf der Welt?

Wie wir in einem älteren Artikel schrieben, der genau der Zahl der bekannten Sprachen gewidmet war, werden auf der Welt derzeit zwischen 6.000 und 7.000 Sprachen gesprochen, verteilt auf die 196 heute anerkannten unabhängigen Staaten.

Die genaue Zahl lässt sich nicht leicht schätzen. Zum einen ist es nicht immer möglich, klar zu unterscheiden, wann zwei Dialektvarianten wirklich als zwei verschiedene Sprachen gelten können (man denke etwa an die unendlich vielen Varianten des Mandarin-Chinesischen). Zum anderen sind Sprachen lebendig und entstehen oder sterben je nach der Entwicklung menschlicher Gemeinschaften.

In den letzten Jahren geht der Trend zu weniger gesprochenen Sprachen: Manche kulturellen Minderheiten verschwinden oder verlieren zumindest an Eigenständigkeit gegenüber den vorherrschenden Gemeinschaften des Staates, in dem sie leben – mal auf natürliche Weise, mal durch eine Art erzwungene Gleichschaltung.

Das menschliche Babel wird also einfacher, wenn auch in gemächlichem Tempo (6–7 Sprachen pro Jahr). Einerseits gibt diese sprachliche Verarmung Anlass zur Sorge, andererseits ist Sprache ein so lebendiges und wandelbares Phänomen, dass sich der Trend kaum umkehren lässt. Man kann eine Sprache nicht künstlich am Leben erhalten, wenn sich die jungen Menschen einer Gemeinschaft nicht mehr in ihr wiedererkennen und lieber andere, breiter verbreitete Idiome übernehmen.

 

Welche Sprache fällt Italienischsprachigen am leichtesten?

Mit Sicherheit eine andere romanische Sprache: Französisch, Spanisch, Portugiesisch. Die Ähnlichkeit sehr vieler Wörter sowie der syntaktischen und grammatikalischen Strukturen führt dazu, dass wenige Monate genügen, um sich einigermaßen passabel zu verständigen – für gründliche Kenntnisse braucht es allerdings längere Zeit.

Gleich danach kommt wahrscheinlich Englisch. Auch wenn Syntax und Laute oft verschieden sind, ist es eine relativ nahe Sprache und vor allem eine, die man in Italien in nahezu allen Bereichen häufig hört. Auch wer nie ernsthaft Englisch gelernt hat, kennt wahrscheinlich einige Wörter oder Wendungen, die in Filmen, Popsongs und der öffentlichen Debatte vorkommen, und fängt daher nie wirklich bei null an.

 

Eine letzte Frage …

Da ist noch eine letzte Frage, vielleicht die häufigste, die uns gestellt wird. Unserer Ansicht nach sollte sie immer im Einzelfall beantwortet werden; wenn Sie aber vorab eine erste Orientierung wünschen, finden Sie hier unsere Empfehlungen zur nützlichsten Fremdsprache für den Beruf.

Bis bald!

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